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Eing Gang durch Dorf und Schloß Lichtenberg nach altem Vorbild (entlehnt einer Beschreibung aus den ersten Jahren des 20. Jahrhunderts) - Als Bilder dieser Beschreibung haben wir unge- wohnte Ansichten von Schloß Lichtenberg gewählt welche Ihnen bei Ihrem Rundgang begegnen werden.
Wir beginnen beim Schulhaus Lichtenberg. Es wurde im Jahr 1904 erbaut und paßt sich mit seinem Dachreiter und dem turmartigen Treppenbau dem Gesamtbild von Dorf und Burg würdig an. Unmittelbar vor dem Schulhaus zweigt links der Eselspfad ab, welcher in Richtung Eselsbrunnen führt. Zu beiden Seiten dieses Pfades wurden die im Jahr 1635 an der Pest gestorbenen beerdigt. Wir gehen die Dorfstraße in Richtung Schloß hinunter. An der Straßenkreuzung sehen wir linker Hand den Aufgang zum Bollwerk. Dieser starke Wachturm aus dem Jahre 1503 mit bis zu 6 Meter dicken Mauern gewährte in früherer Zeit der damaligen Festung Lichtenberg ausreichenden Schutz vor etwaigen Feinden. Über dem Eingang bemerken wir eine Pechnase, weiter rechts davon noch eine zweite. Im inneren führt eine Treppe empor zur oberen Plattform diese ist durch eine zinnengekrönte Mauer umgeben. Früher blühten hier heroben einmal bis zu zwei Kirschbäume - erstaunlich. An den dichten Wänden des Turmes finden sich viele Schießscharten und auch Rauchabzüge für den Pulverdampf. An der Außenmauer findet man noch Stellen von abgeprallten Kanonenkugeln. Die mühsame Ersteigung lohnt alle Mühe weit schweift der Blick hinein in die umliegenden Gegenden.
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Wir steigen wieder vom Bollwerk herab und laufen über die Straße in Richtung Schloß Lichtenberg. Gleich linkerhand finden wir die ehemalige Restauration von Georg Schanz welche später in die Hotelbetriebe der Familie Schellhaas überging, kurzzeitig ein Lazarett für Kriegsversehrte beherbergte und heute das Lichtenberger Institut beheimatet. Genau rechts hiervon befand sich das ehemalige Hotel “Zur Schönen Aussicht” - später Hotel Schellhaas und letztlich Hotel Maxsie. Dieses einstmalig führende Hotel des vorderen Odenwaldes ist lange schon abgetragen. Auf unserem Weg gehen wir an der Stelle vorbei an welcher das ehemalige äußere Tor der Burg Lichtenberg stand und sehen wiederrum rechts das ehemalige Gasthaus Linde oder Burg Lichtenberg - auch dieses traditionsreiche Haus hat schon lange seine Pforten ge- schlossen. Damit nicht genug, in etwa schräg gegenüber befand sich früher ein Burgmannenhaus des Junker Witolshausen, genannt Schrautenbach, dieses ging im Jahre 1671 in hessischen Besitz über und beherbegte ebenfalls lange Jahre eine Gastwirtschaft. Um die Jahrhundertwende lebte hier der Großherzogliche Bürgermeister Vierheller und dessen Nachfahren bewohnen auch das mittlerweile neu errichtete Haus. Gehen wir weiter hinauf zum Schloß. Kurz vor dem letzten Anstieg zum Schloß finden wir links den ehemaligen Radbrunnen der Burg Lichtenberg - er ist 50 Meter tief. Wegen seines schlechten Wasserzustandes wurde er nur in absoluten Notzeiten benutzt. Dieser ganze bereich - vom Bollwerk hierher - war im übrigen früher innerhalb der Befestigungsanlagen gelegen - heute ist dies nurmehr zu erahnen.
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Wir treten nun durch das Eingangstor in den gewölbten Torgang in den äußeren Burghof. Linker Hand vom Eingang finden wir die ehemalige Burgschmiede und hieran anstoßend den alten Marstall, diese Gebäudeteile stammen noch aus dem 12. Jahrhundert. Im rechten Winkel schließt sich die Zehntscheuer aus dem Jahre 1591 an und abschließend die ehemalige St. Peterskapelle welche später als Stall genutzt wurde und heute nicht mehr zugänglich ist. Nun fällt uns eine mächtige Linde auf welche in manchen Quellen als über 800jährig bezeichnet wird. Gleich dahinter führt die Schartenmauer (innere Ringmauer) mit Wehrgang weiter zur alten Wachstube mit einem Steinbild am Giebel und einer Kaminanlage im inneren.
Drehen wir der Schartenmauer den Rücken, so haben wir den unteren Burghof vor uns, dahinter liegt im Bogen nach Süden und Südosten verlaufend der kleine Zwinger. Durch einen weiteren Torbogen treten wir nun ein in den inneren Schlosshof. Gleich rechts führen uns einige Stufen auf die Terasse worauf bis zum Jahre 1845 das alte Schloß stand. Von hier bieteten sich schöne Ausblicke.
Der Grundriß des Schlosses ist in Hufeisenform angelegt, die Flügel nach Osten und WEsten, den Mittelbau nach Süden kehrend. In der Südost-Ecke bemerken wir einen achteckigen Turm, in welchen eine Wendeltreppe hinauf führt. Das Gebäude ist eines der ersten Renaissance-Bauten im südhessischen Raum.
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Durch den Treppenturm in der Südost-Ecke gelangt man auch in die Kapelle, welche im Jahre 1571 eingerichtet worden ist. Hier fand sich die älteste Jahreszahl im Schloß wieder mit einer Inschrift an ihrer Nordwand “d.m.i.ae. = Verbum domini manet in aeternum (Das Wort des Herrn bleibt in Ewigkeit)”. Früher gab es hier eine Altardecke welche angeblich von der Großherzogin Alice eigenhändig gestickt wurde.
Zurück zum unteren Burghof und weiter in den kleinen Zwinger. Uns über die südwestliche Mauer neigend sehen wir in den alten Renteigarten, in welchem im Pestjahr 1635 der Amtskeller von Lichtenberg seine Mutter begrub. Am Westflügel entlang gehend, kommen wir in den Schloßpark. Nun umgehen wir die gesamte Rückseite des Schlosses.Wir setzen die Route fort bis in die Nordostecke, wo Zehntscheuer und Marstall zusammenstoßen. Hier befand sich der sogenannte Große Zwinger, ein noch im 19. Jahrhundert mit Wasser angefüllter Graben. Davor befanden sich früher drei Schanzen auf denen die Geschütze aufgestellt waren.
Steigen wir nun auf die Straße in Richtung Niedernhausen hinab sehen wir das Bollwerk aus einer anderen Richtung und begeben uns nun auf der Straße wieder hinauf nach Lichtenberg zum Ausgangspunkt dieses kleinen Rundganges.
Selbstverständlich bietet es sich an hierbei auch einen Besuch des Museum Schloß Lichtenberg einzuplanen mit seinen Schausammlungen und Zinn- und Bleifiguren.
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