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Niedernhausen im Odenwald wurde erstmalig, nachweislich, im Jahre 1256 urkundlich erwähnt. Die Urkunde wurde im Cisterzienserinnenkloster Himmelthal gefunden. Sinngemäß vermachen hierin Ulrich und Conrad, Sinand und Otto von Asbach und Garsilius ihren Grundbesitz in Hausen zur Ausstattung einer Nonne mit Namen Elheidis (die wohl die Tochter des Bruders Ulrich war).

Aus dem Jahr 1507 ist eine alte Urkunde mit dem Weistum der Mark Waldhausen bekannt, hier hatten sich die damaligen Gemeinden Niedernhausen, Billings, Meßbach und Nonrod zu einer Märkergemeinschaft zusammengeschlossen. Man geht davon aus das diese Gemeinschaft aber schon früher bestanden haben könnte, vielleicht sogar mit Einschluss von Lichtenberg und Obernhausen. Möglicherweise verließ Lichtenberg dann nach erfolgter Stadtrechteverleihung die Märkergemeinschaft wieder.

Die Mark Waldhausen existierte bis 1839 und dann wurde sie unter den vier beteiligten Orte Niedernhausen, Billings, Messbach und Nonrod aufgeteilt. Maßgebend für die Aufteilung war hierbei die Zahl der Ortsbürger zum Stichtag 16. Juni 1823.

Von gewisser Bedeutung für Niedernhausen ist auch die ehemalige St. Jost Kapelle, welche heute nicht mehr existent ist. Nicht umsonst trug das Gerichtssiegel der Mark Waldhausen aber auch die ehemalige Gemeinde Niedernhausen eine stilisierte Form dieser Kapelle.

Eine begrenzte regionale Bedeutung erlangte auch die Geschichte um den Räuber Latz, welcher sich in seiner Höhle – dem Latzekeller – versteckt haben soll. Dies ist auch der Grund weshalb man die alten Niedernhäuser Familien auch als „Haiser Latze“ bezeichnet.

Der alte Kern des Ortes darf rund um die ehemalige Mühle gesehen werden. Diese und die umliegenden großen (ehemaligen) Bauernhöfe, welche sich noch erahnen lassen, bildeten sicherlich ein wichtiges Fundament für die Versorgung von Schloß Lichtenberg.

Heute nimmt Niedernhausen eine Mittelpunktfunktion für das Fischbachtal ein. Im alten Schulhaus aus dem Jahre 1841 hat die Gemeindeverwaltung ihr Quartier bezogen, gleich nebenan findet sich die „Heuneburg“-Grundschule und auch der Kindergarten ist nicht weit hiervon entfernt. Für Veranstaltungen steht das Bürgerhaus Niedernhausen zur Verfügung.

Auch als geistigen Mittelpunkt darf man Niedernhausen sehen, hat hier doch die evangelische Kirchengemeinde ihren Sitz im alten Pfarrhaus und auch die „Johannes der Täufer“ Kirche steht dem geneigten Besucher täglich offen.

Für sommerliches Freizeitvergnügen sorgt das gemeindeeigene Naturschwimmbad „Odenwaldidyll“ mit angeschlossenem Campingplatz.

Die im Ort vorhandenen Geschäfte bieten vor allen Dingen Artikel für den täglichen Bedarf an, zum Beispiel Metzgerei, Bäckerei, Drogerieartikel – aber auch Geschenk- und Haushaltsbedarfe bzw. Getränke. Für das leibliche Wohl stehen insgesamt fünf Lokale und Gaststätten zur Verfügung wovon zwei auch als Hotel bzw. Pension zur Verfügung stehen.

Niedernhausen ist heute ein aufstrebender Ort geworden. Viele Baugebiete und Gedanken an Gewerbegebiete bestimmen das Geschehen. Es ist zu hoffen, dass hierbei der kleindörfliche Charakter erhalten bleiben kann und man bei den vielen Planungen für Erweiterungen des Dorfes ein gesundes Maß behält.

Sehenswert ist vor allen Dingen die „Johannes der Täufer“ Kirche im neugotischen Stil mit zugehörigem Pfarrgarten, Park und Pfarrhaus. Des weiteren findet man noch einige imposante Fachwerkbauten im Ort, wie zum Beispiel einen großen bäuerlichen Fachwerkverband. Der Typus des kleinen bäuerlichen Fachwerkhauses ist aber leider ausgestorben.

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