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Lichtenberg war über Jahrhunderte hinweg Sitz des gleichnamigen Amtes Lichtenberg und damit schon zu frühen Zeiten Verwaltungszentrum im nordwestlichen Odenwald. In seiner Geschichte erhielt es bereits zweimalig Stadtrechte verliehen, einmal im Jahr 1312 ( und damit noch vor der heutigen Großstadt Darmstadt) und noch einmal im Jahr 1360. Da einige Häuser von Niedernhausen in den Bereich der Burgfreiheit fielen wurden sie wohl unter dem Namen Obernhausen, früher auch Lichtenberg-Tal, abgetrennt und zu Lichtenberg gemeindet.

Bereits schon in keltischen Zeiten spielte diese Gegend eine wichtige Rolle, dies belegen die Reste der keltischen Fliehburg „Heuneburg“ auf der Altscheuer – eines der bedeutenden Bodendenkmäler in der Region.

Durch sein Schloß und die Burg als Vorgängeranlage war Lichtenberg nicht alleine Verwaltungssitz sondern auch in das höfische Leben eingebunden. Wenn man einer früheren Gemeindeveröffentlichung folgt weilte sogar bereits der einstmalig bekannte Minnesänger Walter von der Vogelweide als Gast auf der Burg.

Zunächst unterstand Lichtenberg – wie das gesamte zugehörige Amt – den Grafen von Katzenelnbogen. Durch deren Aussterben im Mannesstamm fiel Lichtenberg über Erbwege an die damaligen Landgrafen von Hessen. Die Landgrafen von Hessen trugen zunächst den neuen militärischen Ansprüchen Rechnung und funktionierten die Burganlage zu einer Landesfestung um. Mächtiger Zeuge hiervon ist auch heute noch das, 1503 errichtete, Bollwerk. Ein Geschützturm mit bis zu 6 Meter dicken Mauern. Bei Einheimischen hieß das Bollwerk im übrigen immer Bollwerk und i.d.R. nicht „Krautbütt“. Landgraf Georg I. errichtete schließlich anstelle der mittelalterlichen Burg derer von Katzenelnbogen das heutige Renaissance – Schloß als Witwensitz für seine künftige Gemahlin. Hierbei blieb zunächst das „alte Schloß“ der Katzenelnbogener (am Standort der heutigen Schloßterasse) bestehen – erst im 19. Jahrhundert stürtze dieses baufällig geworden ein.

Durch den Wegfall des Amtes Lichtenberg im 19. Jahrhundert entstand im Ort eine tiefe Lücke welche erst um die Jahrhundertwende mit dem nun stark einsetzenden Tourismus ausgefüllt werden konnte. Lichtenberg wurde führender Ausflügsort im vorderen Odenwald. Besonders hervorgetan haben sich hierbei die damaligen Schellhaaschen Betriebe „das führende Hotel des vorderen Odenwaldes“ – laut Eigenwerbung. Auch das Schloß wurde als Hotel- und Herbergsbetrieb hierfür genutzt. Die Hotelbetriebe konnten sich jedoch dem allgemeinen Niedergang nach dem zweiten Weltkrieg nicht entziehen und haben mittlerweile längst ihre Pforten geschlossen.

Heute ist von alledem wenig zu erahnen. Das ehemalige Hotel Schöne Aussicht ist lange schon verschwunden und das Schloß, welches im Besitz des Landes Hessen liegt, beherbergt heute ein Museum und tritt neuerdings als „Eingangstor“ des UNESCO Geo- und Naturparkes Bergstrasse-Odenwald auf. Im Museum findet man auch beeindruckende Zinnfigurendioramen.

Lichtenberg gilt heute als kultureller Mittelpunkt des Fischbachtal, neben dem bereits erwähnten Museum, bieten sich hier klassische Konzerte im Schloß aber auch wechselnde Sommergalerien an. Für das leibliche Wohl sorgen zwei Gaststätten und ein Cafe. Äußerst beliebt ist der alljährliche Adventsmarkt am 1. Adventwochenende zu Füßen des Schloß Lichtenberg.

Lichtenberg hat ungefähr 500 Einwohner mitsamt seinen Ortsteilen Obernhausen, Hütte Kernbach und Hof Hottenbach. Für Besucher stehen zwei große Parkplätze bereit.


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